Autorin Judith W. Taschler

Rezensionen


Es ist wieder ein richtig umfangreiches Konstrukt an Personen, Schauplätzen und Generationen geworden, wie man es bei Judith W. Taschler von Vorgängerromanen wie "bleiben" oder "Roman ohne U" kennt. Die Autorin zieht aber routiniert die Fäden bei diesem Planspiel der Lebenslügen. Sie verrät nichts voreilig, hält den Spannungsbogen mühelos aufrecht und präsentiert des Rätsels Lösung auch gerade noch zeitgerecht. Auch die ganz enge örtliche Verquickung der Proponenten kennt man bei der Autorin von früheren Romanen. Wozu in die Ferne schweifen, wenn die Antwort so nahe liegt.

Die Biografien in "David" sind mit viel Liebe ausgearbeitet. Jans biologische Mutter Magdalena bekommt viel Raum, ihre Figur ist brillant gezeichnet – vom glücklichen Leben bei der Oma über die unglückliche Beziehung zu den Eltern bis hin zur Verzweiflung und Überforderung des Teenagers, der an der Einsamkeit einer Alleinerzieherin scheitert und sich überreden lässt, sein Kind zur Adoption freizugeben. Ein subtiles Werk, eine gelungene Symbiose aus Nüchternheit und Empathie.
David

Oberösterreichische Nachrichten, Helmut Atteneder


Die Autorin reißt in "David" Tabus und Zwänge der Nachkriegszeit und den darauffolgenden Jahrzehnten an: Neid und Missgunst, Frauenfeindlichkeit, ungewollte Schwangerschaften, Doppelmoral, fremdbestimmte Lebenswege, die harte Arbeit in der Tourismusbranche, Heimatlosigkeit, Träume von Liebe, Nähe oder vom beruflichen Aufstieg in der Ferne. Die Anachronie der kurzen Kapitel zwingt den Leser dazu, sich immer wieder neu zu orientieren und mitzurätseln, während sich die verstreuten Teile des Beziehungspuzzles langsam zusammensetzen. Dank der ausgefeilten Konstruktion erfährt man erst spät, wer hier die Fäden zieht. Taschler hält den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht, für das letzte Kapitel ist auch noch ein Geheimnis übrig, das in den USA gelüftet wird.
David

APA, Gisela Linschinger


Mit den Romanen „Die Deutschlehrerin“ und „bleiben“ landete Judith W. Taschler zwei Bestseller. Der neue Roman „David“ beweist, dass Taschler es tatsächlich versteht, den Leser zu fesseln. … Man kann das Buch kaum aus der Hand legen, weil die Sprache glasklar ist und gut getaktet.
David

Falter, Sebastian Fasthuber


„Fremd wäre sie überall, da konnte sie es auch hier sein“, heißt es in Taschlers virtuos verschachteltem Roman, den man ungern wieder aus der Hand legt. Zum einen treibt den Leser die Neugierde an: Welche Geheimnisse stecken hinter den verwitterten Bruchstücken des vermeintlichen Für-immer-Schwurs? Ist es tatsächlich nur ein Zufall, dass Jans Adoptivmutter just dort starb, wo Magdalena einst tiefglücklich und todtraurig war? Und was hat es mit den Bindungsängsten der beiden Protagonisten auf sich? Das Verschlingen von Taschlers fünftem Roman hat aber auch praktische Gründe: Wer das Beziehungspuzzle nicht in einem Zug durchliest, der läuft Gefahr, den geschickt verdrehten Erzählfaden zu verlieren. Taschler, die wie ihr Romanheld Jan selbst bei Adoptiveltern aufwuchs, drängt ihre Leser sanft in die Rolle des Detektivs, der zwischendurch auch einmal zurückblättern muss, um das von Perspektivenwechseln und Zeitsprüngen durchzogene Geflecht in allen Details zu durchschauen. Man tut es mit Genuss, weil Taschler greifbare Figuren zeichnet, die lebendige Bilder im Kopf entstehen lassen.
David

Tiroler Tageszeitung, Christiane Fasching


Großer Generationenroman!
David

Woman

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