Autorin Judith W. Taschler

DIE DEUTSCHLEHRERIN (Februar 2013)

Sie beobachtete ihn heimlich, wie er neben ihr an einem Baum gelehnt saß.

Er kam ihr so perfekt und wunderschön vor, und in diesen Momenten dachte sie: Gleich wache ich auf und stelle fest, dass es nur ein Traum war, es ist unmöglich, dass er zu mir gehört.

Seite 61

Sechzehn Jahre lang sind sie ein Paar, die engagierte Deutschlehrerin Mathilda Kaminski und der erfolglose Schriftsteller Xaver Sand. Sie liebt ihn wahnsinnig, er nicht ganz so sehr.

Jeder Mensch trägt in sich ein Motiv, ein Thema, das die Partitur und Melodie seines Lebens prägt. Meistens ist es so, dass dieses Motiv stark verwoben ist mit der Herkunft und sich dann über das gesamte Leben ausbreitet und stärker wird. Man schafft es nicht, davon loszukommen, ganz egal, wie sehr man sich bemüht, es zumindest blasser werden zu lassen. Manchen Menschen ist ihr Lebensthema durchaus bewusst, zumindest in gewissen Lebensphasen, manchen wiederum nicht, oft deshalb nicht, weil sie nicht in der Lage sind, es sich einzugestehen. Und oft umspielt ein zweites Motiv das erste und gibt ihm die besondere, persönliche Note.”

Seite 157

Die Motive im Leben der Deutschlehrerin sind Schwermut und Lebenstüchtigkeit, die des Autors Schwermut und Eitelkeit. Das erste verbindet die beiden lange Zeit – ebenso wie ihre Liebe zu Literatur, Büchern, Geschichten -, ihr zweites Motiv entzweit sie schließlich. Denn als ihm Mathilda die zündende Idee für eine Jugendbuchtrilogie liefert und Xaver damit den durchbrechenden Erfolg hat, verschwindet er kurz darauf, um eine prominente, reiche Frau zu heiraten und mit ihr ein Kind in die Welt zu setzen. Und das wäre es gewesen, was sich Mathilda jahrelang so sehnlichst wünschte: eine Hochzeit und ein Baby, was ihr jedoch Xaver immer verweigerte. Sein Glück mit der neuen Frau ist jedoch von kurzer Dauer, der eineinhalbjährige Sohn wird entführt und ist von dem Tag an unauffindbar. Xavers Leben ist zerstört. Nach sechzehn Jahren steht der Schriftsteller plötzlich vor Mathildas Tür und er ahnt Schreckliches. War es Mathilda, die den kleinen Jakob entführte, um sich an ihm zu rächen? Wer soll der junge Mann sein, der in ihrem Keller ohne Sprache heranwächst?

Die Deutschlehrerin - Judith W. Taschler - Cover Taschenbuch

Für DIE DEUTSCHLEHRERIN erhielt die Autorin im Mai 2014 den Friedrich Glauser Preis.

Nur ein Jahr nach dem geglückten Absprung zu einem der renommiertesten Verlage Deutschlands und dem großen Erfolg von „bleiben“ hat Judith W. Taschler das nächste erfolgsverdächtige Buch geschrieben: „David“, eine Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg. … In 46 Kapiteln verschiebt Judith Taschler die Puzzleteile der Geschichte(n) so vorsichtig, dass sich das ganze Ausmaß eines manipulativen Eingriffs in der Vergangenheit auf das Leben der Protagonisten erst gegen Ende erschließt. Großartig (wie immer) die verschiedenen Erzählperspektiven, und wie es der Autorin gelingt, mit einer klaren Sprache Gefühle darzustellen und (beim Leser) zu wecken! Fazit: Große Fragen des Lebens - Familie, Identität, Schicksal - zwar nicht gelöst, aber packend und mit Empathie hinterfragt.
David

Buchkultur, Maria Leitner

Bei Glanzstücken der Literatur löst ein einzelnes Wort beim Leser Verwunderung, Neugier und Sehnsucht aus. Bleiben. Wer muss bleiben, was bleibt übrig, was wäre die Alternative? Judith W. Taschler fügt mit ungewöhnlichen Fragestellungen rund um das „bleiben“ diverse Erinnerungen, Beziehungen und Zusammenhänge ineinander. … Bleiben ist ein leichtfüßiger Roman, der schwerlastigen Themen durchaus Paroli bietet. Der Leser ist immer eingebunden mit dieser fragenden Art des Erzählens, nie kommt eine falsche Moral heraus.
bleiben

Südtiroler Tageszeitung, Helmut Schönauer

Eine wendungsreiche Geschichte von der Liebe in ihren unterschiedlichsten Facetten.
bleiben

Brigitte

Die gebürtige Mühlviertlerin Judith W. Taschler hat mit „bleiben“ einen Roman mit Bestsellerpotential geschrieben.
„bleiben“ zieht an, hat dieses gewisse Etwas, das es fast unmöglich macht, das Buch wegzulegen. Es regt zum Weiterdenken und zur Bestandsanalyse der eigenen Hinterlassenschaft an.
bleiben

Oberösterreichische Nachrichten

Nicht tränendrüsig, nein, lebhaft und auf eine sehr behutsame Art spannend erzählt.
bleiben

WDR, frauTV, Christine Westermann

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