Autorin Judith W. Taschler

Judith Taschler - Das Geburtstagsfest

Roman, Droemer, ET/VÖ: 1. April 2019

Das Geburtstagsfest, das alles verändert

Im Rahmen eines harmlos erscheinenden Geburtstagsfestes ordnet
Glauser-Preisträgerin Judith Taschler die Lebensgeschicht(en) und
Beziehungen ihrer Romanfiguren komplett neu (Pressetext)

Die in Innsbruck lebende Autorin Judith W. Taschler schreibt Romane für ein breites Publikum. Auf der Basis berührender, eindringlicher Geschichten mit Identifikationspotential fesselt sie literarisch und belletristisch orientierte Leser gleichermaßen. Das brachte ihr für „Die Deutschlehrerin" im Jahr 2014 den Friedrich-Glauser-Preis ein sowie den Einstieg in die Spiegel Bestsellerliste. Mit den Nachfolgeromanen „Roman ohne U", „bleiben" und „David" begeisterte sie wiederholt Publikum und Kritiker.

Das Geburtstagsfest – Inhalt / Klappentext
Drei Tage, ein unerwünschter Gast und eine unabwendbare Katastrophe.
Zu seinem 50. Geburtstag wollen die drei Kinder von Kim Mey ihren Vater mit einem besonderen Gast auf der Familien-Geburtstagsfeier überraschen: Ohne sein Wissen haben sie Tevi Gardiner eingeladen, jene Frau, mit der Kim als Kind aus Kambodscha geflohen ist. Und die er seit 25 Jahren nicht mehr gesehen hat. Doch statt sich, wie erwartet, zu freuen, reagiert Kim seltsam abweisend. Auch Ines, die Mutter der drei, begegnet Tevi unterkühlt. Was Kim und Ines jahrzehntelang verschwiegen haben, verschafft sich nun unaufhaltsam Gehör: die wahren Begleitumstände jener dramatischen Flucht aus Kambodscha und das schreckliche Ende einer großen Liebe.

Die Fakten
Roman, 352 Seiten · Hardcover mit Schutzumschlag · WG 1112; Originalausgabe
ISBN: 978-3-426-28188-8, € [D] 22.- € [A] 22,60 · ET/VÖ 01.04.2019
Auch als eBook erhältlich, ISBN: 978-3-426-45153-3, € 14,99
https://www.droemer-knaur.de/buch/9622125/das-geburtstagsfest
http://www.droemer.de

Biografie
Judith W. Taschler, 1970 in Linz geboren, ist mit sechs Geschwistern, vielen Tieren und einer Menge Büchern in einem großen, gelben Haus mit dem Namen Neumühle in Putzleinsdorf, Mühlviertel (OÖ), aufgewachsen. Besuch der HBLA Auhof in Linz. Auslandsaufenthalt in den USA. Verschiedene Jobs als Sekretärin, Horterzieherin und Autoverkäuferin. Studium der Germanistik und Geschichte in Innsbruck. Unterrichtete einige Jahre als Deutschlehrerin.
Lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Innsbruck und ist seit 2012 freischaffende Autorin.

Nominierungen, Preise, Auszeichnungen
2011: Prämie für ein besonders gelungenes Debüt vom bmukk
2011: Nominiert für den Franz Tumler Preis mit SOMMER WIE WINTER
2012: Das Kulturamt Innsbruck wählte Judith Taschlers Debütroman „Sommer wie Winter" aus, das Buch des Projektes „Innsbruck liest" 2012 zu sein. Eine fünfte Sonderauflage mit 10.000 Stück wurde aufgelegt.
2012: Teilnahme am Europäischen Festival des Debütromans (ausgewählt für Österreich)
2014: Friedrich Glauser-Preis in der Sparte „Roman" für „Die Deutschlehrerin"

Bisherige Publikationen
+) Sommer wie Winter (Picus, 2011)
+) Die Deutschlehrerin (Picus, 2013)
+) Apanies Perlen – Erzählungen (Picus, 2014)
+) Roman ohne U (Picus, 2014)
+) bleiben (Droemer, 2016)
+) David (Droemer, 2017)

Judith Taschler im Web
http://www.jwtaschler.at
https://www.facebook.com/judith.taschlerwoegerbauer

Interview mit Judith Taschler

Worum geht es in Ihrem neuen Roman „Das Geburtstagsfest"?
Judith Taschler: Es geht, wie der Titel bereits sagt, um ein Geburtstagsfest. Der Architekt Kim Mey wird fünfzig, er möchte das zwar nicht feiern, aber seine Frau Ines besteht darauf und organisiert eine große Überraschungsparty. Von den drei Kindern verlangt sie einen Beitrag, wobei sie an einen selbstgeschriebenen Song denkt oder an ein kleines Theaterstück. Diese lassen sich aber etwas anderes einfallen: Sie laden die Amerikanerin Tevi Gardiner nach Österreich ein. Mit ihr ist Kim als Kind aus dem zerstörten Kambodscha nach Thailand geflohen, später haben beide Asyl in Österreich bekommen. Die drei hoffen durch Tevis Besuch mehr von der Vergangenheit ihres Vaters zu erfahren. Aber Kim reagiert seltsam abweisend auf den Überraschungsgast und im Laufe des Festes beginnt er mit Tevi sogar heftig zu streiten. In zweiter Linie geht es um Kambodscha, besonders um die Rote Khmer Zeit, um Flucht, Traumata und Neubeginn.

Wie lange haben Sie an dem Roman gearbeitet?
JT: Es ist das Buch, an dem ich am längsten geschrieben habe, mit Überarbeitung und Lektorat waren es neun Monate. Wobei man in den ersten Wochen langsam beginnt, man probiert herum, welche Erzählform am besten geeignet ist, man verwirft auch wieder viel. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mir sicher war, dass ich den Leser an Kim und Tevis Kindheit in Kambodscha zur Zeit der Roten Khmer so unmittelbar teilhaben lasse. Diese Rückblenden haben nur mit dieser Unmittelbarkeit funktioniert.
Die letzten Wochen sind immer sehr anstrengend, man merkt, dass sich der Abgabetermin unaufhaltsam nähert, und man viel zu lange getrödelt hat. Mindestens ein Drittel des Buches entsteht noch in diesen Wochen. Den innerlichen Druck, der beim „Geburtstagsfest" dabei entstanden ist, habe ich als beinahe unerträglich empfunden. Es war auch in der Schlussphase kein „Flow" da, es war von Anfang an bis zum Ende einfach nur quälend dieses Buch zu schreiben. Ich hatte bis kurz vor der Abgabe das Gefühl, die Geschichte funktioniert nicht. Das ist mir bei keinem anderen Roman passiert. Vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass man älter wird und es obendrein ein sehr hartes Thema ist. Draußen war der schönste Sommer, und ich habe kaum etwas davon mitbekommen, weil ich über derart grausige Dinge recherchiert und geschrieben habe. Im November hatte ich das Gefühl, mir fehlt ganz viel Sommer.

Haben Sie eine persönliche Betroffenheit hinsichtlich der Themen und Inhalte des Romans?
JT: Es gibt einen emotionalen Bezug zu Kambodscha. Meine Eltern haben 1980 eine kambodschanische Flüchtlingsfamilie aufgenommen, die dann fünf Jahre lang bei uns im Haus gewohnt haben. Wir sieben Kinder sind mit den Kindern Nget, You, Li San, Sophal und Maria aufgewachsen, die beiden Jüngsten sind schon im Mühlviertel geboren worden. Im Nachhinein muss ich sagen, die Erlebnisse mit dieser Familie gehören zu den schönsten und wertvollsten Erfahrungen, die ich in meiner Kindheit gemacht habe.
Vor fünf Jahren bin ich mit einer Freundin, die ursprünglich von dort stammt, einen Monat lang durch Kambodscha gereist. Sie war zum ersten Mal nach vierunddreißig Jahren in ihrer Heimat! Ein besonders emotionaler Augenblick, auch für mich, war, als sie zwei Tanten väterlicherseits kennengelernt hat. Die Recherchen auf dieser Reise waren zwar noch nicht konkret, aber wichtig, weil ich mir schwer tue, über etwas zu schreiben, das ich absolut nicht kenne. Das war beim „Roman ohne U" der Fall, ich war nie in einem Gulaglager in Sibirien, nie in Russland. Zumindest die Stimmung, sei es in einem Land, unter Menschen, in einer bestimmten Situation, muss ich einmal spüren, das hilft schon viel beim Schreiben.

Aus einer harmlosen Einladung wird eine bedrohliche Lebensaufarbeitung. Haben Sie Ähnliches schon erlebt?
JT: Nein, Gottseidank nicht. Und ich hoffe, es kommt nie dazu. Ich feiere ja in zwei Jahren meinen fünfzigsten Geburtstag, den ich – wie meine Figur Kim – nicht feiern will, aber mein Mann sagt, dass das gefeiert werden muss. Ich hoffe, dass es mir nicht ähnlich ergeht wie Kim, und meine Kinder einen Mann aus meiner Vergangenheit einladen. Da gäbe es einen Russen, den möchte ich nicht unbedingt wiedersehen ;-) . Ich glaube, ich werde das Ganze irgendwie abwenden müssen, ich bin absolut kein Fan von großen Feiern.

Welche Aspekte der Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha haben Sie als Autorin am meisten interessiert?
JT: Dass die meisten Soldaten unter 20 Jahre waren. Es waren manipulierte Kindersoldaten, die äußerst grausam und barbarisch vorgegangen sind, ich habe von Fällen gelesen, bei denen den zu Tode Verurteilten bei lebendigem Leib die Leber herausgeschnitten wurde, die man dann seelenruhig über dem Feuer brutzelte. Das ist so unvorstellbar. Wie bringt man eine Gesellschaft so weit, dass sie dermaßen verroht? Ein einzelnes Leben war nichts wert, Familie war nichts wert, Gefühle waren verboten. Jeder musste mit seiner harten Arbeit auf dem Feld einzig und allein der Sache dienen, auch die Stadtbevölkerung. Pol Pots Ziel war, einen Agrarkommunismus aufzubauen, die landwirtschaftliche Produktivität sollte um ein Vielfaches gesteigert werden. Er ist kläglich damit gescheitert. Später hat man das Ganze als Steinzeitkommunismus bezeichnet. Die Elite des Landes wurde systematisch ermordet.

Welchen Stellenwert hat „Heimat" als äußerer und innerer Raum in Ihren Büchern?
JT: In den letzten Romanen „David" und „Das Geburtstagsfest" haben Herkunft, Heimat und die eigenen Wurzeln einen großen Stellenwert. Wobei mir selbst das beim Konstruieren der Geschichten gar nicht bewusst war, es ist mir dann erst später aufgefallen. Im Geburtstagsfest geht es außerdem um schwere Traumata und wie der einzelne damit umgeht. Kim lebt die absolute Verdrängung und kommt lange Zeit damit gut klar, Tevi hingegen kann sich von Anfang an nicht von ihren Erinnerungen an ihre Familie und ihre glückliche Kindheit befreien.
Wieviel Harmonie, wieviel Reibung oder Verstrickung brauchen die Familienfiguren in ihren Entwürfen, um im Roman zu funktionieren?
JT: Reibung und Verstrickung sind natürlich notwendig für Romanfiguren, wenn alles glatt verliefe, ergäbe das ja keine (spannende) Geschichte. Ist ja auch im realen Leben so, dass „man nicht aus seiner Haut kann" und die Harmonie deshalb oft zu kurz kommt. Besonders interessiert mich als Schriftstellerin und als Mensch die Frage: Warum entscheidet sich der einzelne Mensch oft gegen die eigenen Wahlmöglichkeiten und nimmt sein Verhalten als evolutionäres, soziologisches, biologisches Diktat an?

Wie würden Sie selber Ihren Schreib- und Gestaltungsstil charakterisieren?
JT: Ich brauche immer ein grobes inhaltliches Konzept, bevor ich zu schreiben beginne. Feinheiten ergeben sich im Schreibprozess, manchmal entwickeln sich Details ein bisschen anders als ursprünglich geplant. Auch die Figuren müssen vorher gut entwickelt sein. Außerdem mag ich es, wenn ein bestimmtes Thema im Hintergrund „mitschwingt", wie zum Beispiel bei der „Deutschlehrerin" das Thema der verpassten Chancen und falschen Entscheidungen, die man gerne wieder rückgängig machen würde. Oder in „bleiben" unter anderem die Frage „Wann ist ein Leben sinnvoll?" Und in „David" die Frage nach der Herkunft und wie sehr sie den Einzelnen prägt.

Haben Sie Vorbilder beim Schreiben?
JT: Das traue ich mir gar nicht zu sagen, aber mein absolutes Vorbild ist der tschechische Schriftsteller Milan Kundera. Ich liebe seine Themen und seine Sprache sowieso.

Wie gehen Sie mit Kritik um und was bedeutet Erfolg für Sie?
JT: Man muss lernen sich abzugrenzen. Wenn man schreibt, setzt man sich dadurch der Öffentlichkeit aus. Bei den ersten Büchern war das natürlich schwieriger, mittlerweile geht das schon gut. Ob und wie jemandem ein Roman gefällt, ist ja immer subjektiv. Erfolg ist mir wichtig, das gebe ich zu.

Pressefotos
Download von Pressefotos: https://jwtaschler.at/de/presse.php
https://www.literaturagentur.at/judith-taschler/

Buchpräsentationen/Lesungen im Jahr 2019
Tagesaktuelle Auflistung unter: https://www.jwtaschler.at/de/termine.php

Mittwoch, 3. April 2019 um 20:00 Uhr, BUCHPRÄSENTATION (Deutschland) von DAS GEBURTSTAGSFEST, Buchhandlung Reuffel, Löhrstraße 92, D-56068 Koblenz, Deutschland
Donnerstag, 4. April 2019 um 19:00 Uhr, Lesung in Wittlich, Buchhandlung Altstadt, Burgstraße 36, D-54516 Wittlich
Freitag, 5. April 2019 um 19:30 Uhr, Lesung in Köln aus DAS GEBURTSTAGSFEST, Buchhandlung Baudach, Dellbrücker Hauptstr. 111, D-51069 Köln-Dellbrück, Deutschland
Dienstag, 9. April 2019 um 19:30 Uhr, Lesung in Spittal, Schloss Porcia, Burgplatz 1, A-9800 Spittal an der Drau
Mittwoch, 10. April 2019 um 19:30 Uhr, Lesung in Lienz, Stadtbücherei, Egger-Lienz-Platz 2, A-9900 Lienz, Österreich
Donnerstag, 11. April 2019 um 19:00 Uhr, Lesung in der Buchhandlung Plautz, Sparkassenplatz 2, A-8200 Gleisdorf, Österreich
Dienstag, 16. April 2019 um 19:30 Uhr, BUCHPRÄSENTATION (Österreich) von DAS GEBURTSTAGSFEST, Wagnersche, Museumstraße 4, A-6020 Innsbruck, Österreich
Dienstag, 7. Mai 2019 um 19:00 Uhr, Lesung in Wien Thalia Buchhandlung, Landstraßer Hauptstraße 2a/2b, A-1030 Wien
Donnerstag, 9. Mai 2019 um 18:30 Uhr, Lesung in Linz, Buchhandlung Veritas, Harrachstraße 5, A-4020 Linz
Mittwoch, 16. Oktober 2019 um 19:30 Uhr, Lesung in Kufstein, Buch-Café im Lippott Haus, Unterer Stadtplatz 25, A-6330 Kufstein

Medienkontakt für Österreich:
Mag. Günther Wildner
c/o Literaturagentur Wildner
Freundgasse 10-12/12, 1040 Wien
T/F: 01 4840428, Mobil: 0699 12696542
Email: wildner@literaturagentur.at
Web: https://www.literaturagentur.at/

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