Autorin Judith W. Taschler

BLEIBEN (September 2016)

Es ist gut, denke ich, dass er es ist und kein anderer, er ist kein ernstzunehmender Rivale, und das Ganze wird nicht lange dauern, im Grunde habe ich großes Glück mit Julianes Wahl.

Ich bin Scheidungsanwalt, ich weiß, dass die meisten früher oder später fremdgehen, und ich kenne nur zu gut die Konsequenzen. Je mehr ich also darüber nachdenke, umso mehr finde ich meine Gelassenheit wieder, und die Affäre meiner Frau verliert ihren Schrecken. Ich frage mich weiter: Gönne ich dem Mann vielleicht sogar die Liebschaft mit meiner Frau? Kann ich dann wieder schlafen? Fühle ich mich dann weniger verantwortlich, weniger schuldig? Und einen Moment lang flackert es in mir hoch: Ja, vermutlich ist es wirklich so. (Paul)

Seite 15 f.

So beginnt Paul, erfolgreicher und wohlhabender Anwalt in Wien, bei einem gemeinsamen Bier seinem besten Freund über die Affäre seiner Frau zu erzählen. Er ist ist mit der Cellistin Juliane verheiratet, die beiden haben zwei Kinder und führen ein glückliches, geordnetes Leben. Bis er herausfindet, dass ihn Juliane betrügt.

In jener Nacht fand ich heraus, dass die beiden eine Affäre haben. Wie ich das herausgefunden habe? Durch ein besonderes Dessert. Es stimmt! Aufgrund von Eiskugeln erfuhr ich von der Affäre meiner Frau.

Seite 7

Zurück zu den Anfängen:
Vor zwanzig Jahren, im Sommer 1994 lernte Paul seine Frau kennen. Damals reisten sie zufällig gemeinsam im Nachtzug nach Rom, zwei andere Männer, Felix und Max, saßen ebenfalls im selben Abteil. Die vier jungen Leute begannen über ihre Träume und Pläne zu plaudern. Jeder musste etwas verarbeiten, war auf der Suche nach sich selbst. Als sie am Roma Termini auseinandergingen, war keinem der vier bewusst, wie sehr diese zufällige Begegnung ihr weiteres Leben beeinflussen wird.

Juliane und Paul heiraten kurze Zeit darauf und bekommen zwei Kinder. Mit Max und Felix haben sie keinen Kontakt, die beiden werden wiederum beste Freunde, wohnen eine Zeitlang zusammen und unternehmen eine Weltumsegelung.

Und dann, zwanzig Jahre später, im Jänner 2014, trifft Juliane in einer Galerie Felix wieder. Schon damals, im Zug, fühlte sie sich stark angezogen von ihm. Die zwei beginnen eine leidenschaftliche Affäre und verlieben sich ineinander. Heimlich treffen sich die beiden mehrmals in der Woche. Juliane ist hin- und hergerissen zwischen ihrem Mann und ihrem Geliebten, sie ist glücklich mit Paul, will aber auf die aufregenden Stunden in Felix´ Wohnung nicht verzichten.

Als dieser nach einer Reise den Kontakt zu ihr plötzlich abbricht, ist sie verletzt und gedemütigt. Nach Monaten erfährt sie - ausgerechnet - von ihrem Mann, warum Felix sich nicht mehr bei ihr gemeldet hat, und kann nicht glauben, was sie da hört. Der Grund ist erschütternd und hat seinen Ursprung in der kurzen gemeinsamen Reise im Nachtzug nach Rom.
Das Leben aller vier verändert sich daraufhin für immer.

Bleiben - Judith W. Taschler - DROEMER


Bei Glanzstücken der Literatur löst ein einzelnes Wort beim Leser Verwunderung, Neugier und Sehnsucht aus. Bleiben. Wer muss bleiben, was bleibt übrig, was wäre die Alternative? Judith W. Taschler fügt mit ungewöhnlichen Fragestellungen rund um das „bleiben“ diverse Erinnerungen, Beziehungen und Zusammenhänge ineinander. … Bleiben ist ein leichtfüßiger Roman, der schwerlastigen Themen durchaus Paroli bietet. Der Leser ist immer eingebunden mit dieser fragenden Art des Erzählens, nie kommt eine falsche Moral heraus.
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Südtiroler Tageszeitung, Helmut Schönauer


Eine wendungsreiche Geschichte von der Liebe in ihren unterschiedlichsten Facetten.
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Brigitte


Die gebürtige Mühlviertlerin Judith W. Taschler hat mit „bleiben“ einen Roman mit Bestsellerpotential geschrieben.
„bleiben“ zieht an, hat dieses gewisse Etwas, das es fast unmöglich macht, das Buch wegzulegen. Es regt zum Weiterdenken und zur Bestandsanalyse der eigenen Hinterlassenschaft an.
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Oberösterreichische Nachrichten


Nicht tränendrüsig, nein, lebhaft und auf eine sehr behutsame Art spannend erzählt.
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WDR, frauTV, Christine Westermann


Es entsteht ein farbenprächtiges Mosaik. Eines, das von Freundschaften und Beziehungen erzählt, vom Einfluss der Eltern auf eigene Lebensentscheidungen und sich immer wieder um die Frage dreht, wann es sich lohnt zu bleiben und wann nicht. „bleiben“ ist ein sehr melancholisches Buch, aber auch ein versöhnliches. Weil die Botschaft mitschwingt, dass es sich lohnt, dem Zufall zu vertrauen.
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Die Presse